Kynopädagogik
Kynopädagoginnen und Kynopädagogen arbeiten pädagogisch mit dem Hund. Diese pädagogische Arbeit kann sowohl in der Schule mit Schulhunden oder in Behinderten- oder Altenheimen mit Therapiehunden, als auch durch Trainerinnen und Trainer mit ihren Klienten im Einzelsetting erfolgen.
Menschen und Hunde haben eine lange Geschichte. Neueste Erkenntnisse legen nahe, dass bereits vor 45.000 Jahren Hunde und Menschen zur Jagd zusammen gefunden haben. Diese lange Geschichte prägt – so gibt es Wissenschaftler, die die Meinung vertreten, dass sich der Homo sapiens aus dem Homo erectus entwickelt hat, eben WEIL er ein enorm großes Interesse an Tieren und der Natur zeigte und sich mit ihnen zusammengetan hat. Dieses Interesse an Natur und Tieren wird als Biophilie bezeichnet. Das „triebhafte“ Interesse, das besonders bei Kindern zwischen 3 und 6 Monaten zu beobachten ist (die ersten Lautäußerungen vieler Kinder sind Tierlaute, dann erst folgt „Mama“ und „Papa“) weist darauf hin, das wir Tiere brauchen, um gut aufwachsen zu können.
Menschen und Hunde können nicht NICHT kommunizieren. Sie senden ständig Signale, bewusst und unbewusst, sie sprechen oder geben Laute von sich, sie bewegen ihren Körper, sie zeigen ihre Emotionen durch ihre Mimik, durch ihre Stimmlage.
Das Lernen mit Hunden fördert die emotionale und soziale Intelligenz und steigert die verbalen und mathematischen Fähigkeiten. Ein Hund spiegelt seinem Gegenüber das eigene Verhalten wider. Spiele mit dem Hund, bei dem Schülerinnen und Schüler dem Hund Kommandos geben, werden Mimik und Gestik geschult sowie die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein!
Durch den Hund ergeben sich neue Kommunikationssituationen. Auch ruhige und schüchterne Menschen finden besonders schnell einen Zugang zu Hunden, da diese instinktiv auf die (Körper-) Sprache reagieren.
Was Hunde für uns tun können
Hunde können Kindern helfen, Beziehungen aufzubauen,
sie können Erwachsene unterstützen, ihre eigene Kommunikation besser zu verstehen und besser einzusetzen.
Hunde können einerseits heilsam wirken, da sie das Nähebedürfnis von Menschen erfüllen können, die viel alleine sind;
andererseits können sie durch ihre unverfälschte Kommunikation Menschen die Augen öffnen, wie diese selbst kommunizieren und wo Missverständnisse entstehen können.